PS – Politisch Schreiben Anmerkungen zum Literaturbetrieb

Teekessel

Beständig pfeift der Wasserkessel auf dem heißen Herd.
Verdreckt verkrustet in der Küche eines Nachbarschaftsbekannten.

Es pfeift der Kessel – doch liegt kein Deckel drauf.
Aller Dampf und aller Rauch steigt einfach so zur weißen Decke hinauf.

Die weiße Decke bedeckt es mit Wassertropfenhauch
die Raufasertapete saugt ihn auf.
Reichert sich an.

Raufasertapete, Holzstrukturen nehmen Wasser auf. Feuchten an und auf.
Rieselt Farbe in Wassertropfen herunter.
Wieder in den schwarzen Kessel.
Dampf steigt auf und fällt in den gleichen wieder ab.

Wer nimmt den Schmutz den verkrusteten Dreck auf?
Reicht der Dampf, um den Schmutz nur durch Feuchte zu lösen?

 

Wer kratzt freiwillig den Dreck von der Herdplatte ab?
Nehmen wir diesen Freund der aus der Nachbarschaft auf dein Fingerzeig
Herbeieilt –
Nein, er muss bei all diesem Wasserdampfe niesen.
Auf die Fliesen mit denen das Feld um den Herdbereich
da schwimmen Bakterien – fast schon Fäkalien darauf.

Dann nimme diesen, der sich da draußen wie ein Held aufführt,

Mit seinen kleinen Fingern kann er auf der heißen Herdplatte nicht kratzen.
Er verbrennt sich nur seine kleinen muskelkraftstrotzenden Finger.
Gibt auf.
Dampf treibt hinauf. Regnet herab, treibt es den Helden ab – er hat keinen Schirm mit dabei.

Was er kann schon ausrichten? Lieber aus dem Regen flüchten.
Verbeugend vor dem Freund der angebrannten Herdplatte.

Da kommt schon die Lösung in Form einer socialproject Idee

eine Frau aus der wohnung paterre klopft an der Türe –…
und setzt dem Kessel seinen Deckel darauf.
Stellt die Herdplatte ab.
Da regnen die Tropfen auf die Brandkruste herab… feuchten den Dreck an, der saugt das Wasser begierig an und auf.

Tee wird ganz nebenbei getrunken von der verlebten verwehten Jugend erzählt.

Die Hitze der Herdplatte ist verflogen und der Dreck einfach abgezogen.

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