PS – Politisch Schreiben Anmerkungen zum Literaturbetrieb

Gedichte

von Annika Zhart

fest

kein fünkchen glaubt mir, ich solle was erreichen
opioides glimmern auf den augenlidern

meine fuseligen ränder
gehen mitten durch mich durch
sanduhrförmig
tanz ich drüber nach

sauer scharfe oberflächen
brennen lieb den rachen runter

ganz ganz glatt

stunden später
befragen leere grüne flaschen
den ausgang dieser nacht

bassesswummern drückt auf mein verdauen
nichts kriecht zu mir ins bett
und ich erinnere:
so fühlt sich’s an
so fühlt sich’s an
außer schlaf passiert nichts mehr

 

 

 

Akzeptanz

An einem warmen Frühlingstag
Verbrennen wir
Was nicht mehr von mir übrig ist.

Ich wein ein bisschen
Du noch mehr
Und alle Vögel singen.

Prä-Diagnose-Ich knackst kurz
Bevor der Schädel platzt
Und du wirfst Harz auf’s Feuer.

Girlanden glitzern hübsch im Wind
Dann essen, trinken, ficken wir
Um zu ehren, was noch ist.

 

 

 

weltbettbezug

fakt ist: die welt geht vor die hunde.
fakt ist: mein stammhirn klemmt im fliehen, kämpfen, starren.
die mitochondrien laufen nur noch mit verpackungsresten.

will tierfabriken stürmen, ausschaffungen stoppen
im kampf auf kalten böden sehen wie das alles implodiert.

will mit harten waden und velo auf den wagenplatz
an unser haus das transpi hämmern.

fakt ist: ich hab gerade keine kraft für mehr als überleben.
fakt ist: ihr macht es doch auch ohne mich?

darum, bis ich wieder bei euch bin:
denkt an mich, wenn ihr die steine werft.

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