PS – Politisch Schreiben Anmerkungen zum Literaturbetrieb

Manticore

Die ganzen kleinen Krähen, die an mir picken, die ihre Krallen in mich schlagen,
an meinen Haaren zerren und sie in alle Himmelsrichtungen pfählen.
Sie sind keine Manticore, keine Monster, sie können dir nichts anhaben, dich nicht töten.
Bedrohungslos. Ungefährlich. Über die Spitzen hinweg, die Mauern empor,

dorthin schleift er, verdreht; die Inschrift noch nicht eingemeißelt. “Welcher Teil von mir bist du?”
Verschlungene Linien leiten ihre Arme, spüren ihre Finger entlang und kitzeln etwas hervor, das lange als
Antwort anderer weggeschoben wurde, falls sie den Startschuss absichtlich überhört, während sie darauf
wartet, die Ziellinie zu überqueren.

Ausgeleuchtete Drahtringe stürzen sich in erzwungene Provokation auf interner Jagdrufung nach Radikalität.
Unter der Decke verläuft das Zutrauen, das Glück kreischt unerträglich laut und grell von ringsherum und
aus der Zukunft. Es tritt mit dem Fuß, beäugt es wie einen traurigen Clown, mustert interessiert, so sieht es
also aus, wenn Stricke, Zöpfe reißen, aus Handarbeit.

Ich wusch meine Hände, wusch sie, schrubbtest die Deckfalten, kratzte und stieß und
ließ die chemischen Stoffe dessen Haut zerfressen, aber es war nicht genug.
Eingeätzte Löcher ausbreiten und an Fleisch und Knochen nagen.

Lösungen, die anknüpfen, sich vernetzen mit bisherigen Eindrücken, nach Gräten in Schultern. Reime,
Abschiede und Okkupationen hingen um x herum, überlappten und verschoben sich in Ebenen und Schichten
und Hals und Knöchel verbrauchten sich an den zwei verschränkten Sparten.

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